Wie unser Atem unsere Laune beeinflusst und Stress reduziert
- Denise Geier

- 31. Aug. 2023
- 3 Min. Lesezeit
Atem ist die natürlichste Sache der Welt. Weil er automatisch geschieht, vergessen wir oft, wie wichtig er für unser Wohlbefinden ist. Doch unser Atem ist viel mehr als nur ein Überlebensmechanismus. Er spiegelt unsere Gefühle wider und beeinflusst direkt unsere Laune. Wer lernt, seinen Atem bewusst wahrzunehmen und zu steuern, kann Stress reduzieren, die Konzentration verbessern und schwierige Emotionen besser bewältigen.

Ein tiefer Atemzug signalisiert Entspannung und Wohlbefinden.
Wie unser Atem unsere Stimmung widerspiegelt
Unser Atem reagiert unmittelbar auf unsere Gefühle und Gedanken. Nach einem erholsamen Schlaf atmen wir tief und entspannt, oft begleitet von einem Gähnen. Das zeigt, dass unser Körper zur Ruhe gekommen ist. Im Alltag hingegen, wenn Stress oder Druck zunehmen, wird unser Atem flach und schnell. Er bleibt oft in der Brust stecken, anstatt tief in den Bauch zu fließen.
Denise Geier, Ganzheitlich-Integrative Atemtherapeutin, beschreibt den Atem als einen „Seismografen“ unserer inneren Welt. Er zeigt uns, wie es uns wirklich geht, auch wenn wir es selbst nicht bewusst wahrnehmen. Wer seinen Atem beobachtet, erkennt seine Ressourcen und kann gezielt darauf reagieren.
Den Atem bewusst wahrnehmen
Der erste Schritt, um den Atem für sich zu nutzen, ist das Beobachten ohne Kontrolle. Einfach wahrnehmen, wie der Atem fließt, ohne ihn verändern zu wollen. Diese einfache Übung bringt den Fokus ins Hier und Jetzt und reduziert Stress automatisch.
Praktische Übung:
Setze dich bequem hin.
Richte deine Aufmerksamkeit auf deinen Atem.
Spüre, wie die Luft durch die Nase einströmt und wieder ausströmt.
Versuche nicht, den Atem zu verändern, sondern nur zu beobachten.
Diese Übung hilft, nach einem anstrengenden Tag schneller zu entspannen oder abends besser einzuschlafen. Sie unterstützt auch dabei, die eigenen Bedürfnisse besser wahrzunehmen und mit sich selbst in Kontakt zu kommen.
Atem und Stressbewältigung
Stress zeigt sich oft in einem flachen, schnellen Atem. Das kann zu einem Teufelskreis führen, denn ein solcher Atem verstärkt das Gefühl von Anspannung und Unruhe. Wer dagegen lernt, bewusst tief und ruhig zu atmen, kann diesen Kreislauf durchbrechen.
Gezielte Atemübungen helfen, den Körper zu entspannen und den Geist zu beruhigen. Das kann Angstzustände, Panikattacken oder Atemnot vorbeugen oder lindern. Ein Beispiel ist die sogenannte 4-7-8-Atmung:
Atme 4 Sekunden lang tief durch die Nase ein.
Halte den Atem 7 Sekunden lang an.
Atme 8 Sekunden lang langsam durch den Mund aus.
Diese Übung beruhigt das Nervensystem und fördert die Entspannung.

Atemübungen unterstützen die Stressreduktion und fördern das Wohlbefinden.
Wie Atemübungen die Konzentration verbessern
Nicht nur Stress lässt sich durch bewussten Atem reduzieren. Auch die Konzentration profitiert davon. Ein ruhiger, gleichmäßiger Atem versorgt das Gehirn optimal mit Sauerstoff. Das steigert die geistige Klarheit und hilft, fokussiert zu bleiben.
In Situationen, in denen wir uns überfordert oder abgelenkt fühlen, kann eine kurze Atemübung helfen:
Atme tief in den Bauch ein.
Halte den Atem kurz an.
Atme langsam aus.
Diese einfache Technik bringt den Geist zurück ins Jetzt und macht es leichter, sich auf die Aufgabe zu konzentrieren.
Atem als Schlüssel zu mehr Wohlbefinden
Wer seinen Atem bewusst wahrnimmt und gezielt einsetzt, stärkt nicht nur die Psyche, sondern auch das Immunsystem. Studien zeigen, dass regelmäßige Atemübungen Entzündungen im Körper reduzieren und das allgemeine Wohlbefinden verbessern können.
Der Atem verbindet Körper und Geist. Er zeigt uns, wie es uns wirklich geht und gibt uns die Möglichkeit, aktiv Einfluss auf unsere Stimmung zu nehmen. Das macht ihn zu einem wertvollen Werkzeug im Alltag.
Basierend auf einem Artikel der Schweizer Illustrierten



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